Der BIM Kongress Deutschland am 14. November 2016 in Frankfurt am Main

„Wir brauchen keine BIM-Veranstaltungen mehr, die das Prinzip BIM erklären oder den Nutzen der neuen Planungsmethode postulieren“, sagt Gunther Wölfle, Geschäftsführer von buildingSMART, zur Eröffnung des BIM Kongresses Deutschland am 14. November in Frankfurt am Main. Hatten sich die über 400 Besucher aus ganz Deutschland und Österreich umsonst auf den Weg gemacht? Natürlich nicht! Denn BIM-Veranstaltungen werden nach wie vor gebraucht – vielleicht sogar nötiger als jemals zuvor. Sie sollten jedoch angesichts der aktuellen Entwicklung andere Inhalte transportieren als noch in jüngster Vergangenheit. „Sie müssen erklären, wie Building Information Modeling  ganz konkret in der Praxis funktioniert,“ fordert Wölfle.

3-BIM-Kongress-FFM-2016-2871

Und genau das hat die von GRAPHISOFT organisierte Veranstaltung im bis auf den letzten Platz besetzten Gesellschaftshaus im Palmengarten geleistet. Keine akademischen Vorträge, keine theoretischen Abhandlungen! Im Gegenteil: Hier standen Praktiker am Rednerpult und berichteten über ihre ganz konkreten und alltäglichen Erfahrungen mit BIM anhand aktueller Bauprojekte aus ihren Büros. Anders als beim Kongress im vergangenen Jahr ging es nicht vorrangig um die Implementierung und die ersten Schritte mit BIM, sondern vielmehr um den zweiten, dritten, das heißt, um weiterführende Schritte mit der neuen Planungsmethode. Dabei waren die Beispiele, anhand derer die Referenten unterschiedliche BIM Prozesse erläuterten, so vielfältig wie das Baugeschehen selbst. Sie reichten vom Großprojekt wie der Messecity Köln über mittlere Büro- und Geschäftshäuser bis hin zu kleinen Sanierungsprojekten im Wohnungsbau. In insgesamt 16 Vorträgen wurden drei große Themenkomplexe behandelt.

Dabei ging es um die Frage, welche alphanumerischen Informationen das Architekturmodell enthalten muss, damit es reibungslos an eine AVA-Software übergeben werden kann, um die Informationstiefe und den Detaillierungsgrad eines Modells ebenso wie um die Festlegung von Bürostandards.

„BIM mit anderen Planern“ war der zweite Themenschwerpunkt. Die Zusammenarbeit von Architekten mit TGA- und Tragwerksplanern stand hier im Fokus. Dabei ging es beispielsweise darum, was bei der Modellierung eines Architekturmodells zu beachten ist, wenn es an andere Disziplinen übergeben werden soll. Planer aus kleinen, mittleren und großen Büros berichteten über ihre Erfahrungen beim modellbasierten Datenaustausch mit Haustechnikern und Tragwerksplanern. In diesem Zusammenhang wurden auch Fragen wie die nach der Funktion und Notwendigkeit eines BIM Managers, nach der Struktur der Zusammenarbeit und der Festlegung von Verantwortlichkeiten aufgeworfen. Quintessenz:  BIM mit Fachplanern ist kein Zauberwerk; es funktioniert. Der Datenaustausch unterschiedlicher Planungspartner wird alltagstauglich, und am Ende steht ein Gebäudemodell, das alle Informationen konsistent enthält.

Im dritten Themenkomplex ging es um „BIM beim Planen und Betreiben“. Hier wurden die unterschiedlichen Rollen unterschiedlicher Akteure in unterschiedlichen BIM Prozessen sowie ihre rechtlichen und organisatorischen Konsequenzen erörtert. Selbstverständlich waren auch die Honorarfragen ein Thema. Last but not least wurde in diesem Zusammenhang eines der zentralen BIMid  (BIM in Deutschland) Projekte vorgestellt – und die veränderte Zusammenarbeit zwischen Bauherren und Architekt beleuchtet.

Eine Themenauswahl, die ganz offensichtlich den Nerv der Besucher traf: „Eine wichtige und informative Veranstaltung. Viele der Fragen, vor denen wir gerade stehen, wurden beantwortet. Wir wurden genau da abgeholt, wo wir im Moment stehen. Sehr wichtig auch der Austausch mit Kollegen in den Pausen. Wir nehmen jede Menge wertvoller Impulse mit ins Büro,“ so das einhellige Urteil der Kongressbesucher.

Eine begleitende Fachausstellung rundete das Veranstaltungsprogramm ab. GRAPHISOFT und verschiedene Softwarepartner demonstrierten hier OPEN BIM: Die Übergabe eines Modells per IFC an die Kosten- und Mengenermittlung und Haustechnik, die Weiterbearbeitung durch andere Disziplinen und schlussendlich die Koordination und Überprüfung der Planungen und Modelle mittels eines Model Checkers.

„Wir freuen uns sehr über die außerordentlich positive Publikumsresonanz. Zeigt sie doch, dass es uns erneut gelungen ist, ein Forum zu schaffen, das virulente Fragen praxisbezogen beantwortet und den Teilnehmern viele Hilfestellungen und Impulse in dieser Zeit des Wandels gibt. Die Digitalisierung der Bauwirtschaft geht voran. GRAPHISOFT wird in diesem Prozess auch weiterhin eine große Rolle spielen – mit technologischen Neuerungen, aber auch mit Veranstaltungen wie dieser“, betont Dr. Eberhard Stegner, Geschäftsführer der GRAPHISOFT Deutschland GmbH.

„Eine sehr gute Veranstaltung, die gezeigt hat, dass BIM in der Realität angekommen ist. Dabei sind auch die Diskussionen über BIM realistischer und praxisbezogener geworden. BIM ist keine Wunderwaffe, aber wichtig und richtig. Wir können noch eine Menge tun; ich nehme viel Anregungen von der Veranstaltung mit ins Büro“.

Dipl.-Ing. Till Standke
Löser+Körner Architekten+Generalplaner GmbH, Nürnberg

„Wir arbeiten schon seit geraumer Zeit in 3D, stehen aber mit BIM noch ziemlich am Anfang. Die Vorträge aus der Planungspraxis waren für uns sehr interessant und hilfreich – ebenso der Erfahrungstausch mit Kollegen in den Pausen. Wenn es um den Datenaustausch mit Fachplanern geht, funktioniert noch nicht alles so, wie man sich das vorstellt. Hier wünschten wir uns mehr Support von den Softwareherstellern.“

Dipl.-Ing. Stefanie Hartung
KM architekten bda, Ahnatal

„Prima Veranstaltung, vor allem weil viele praxisrelevanten Fragen gestellt und beantwortet wurden.  BIM wird immer realer, deshalb ist es so wichtig zu sehen, wie die Umsetzung funktioniert. Der Informationsaustausch mit Kollegen ist da enorm wichtig und hilfreich. Ich nehme jede Menge Impulse für meine tägliche Arbeit mit – auch von der Fachausstellung.“

Dipl.-Ing Olaf Kley
ap 88 Architekten Partnerschaft, Heidelberg

„Wie modelliere ich richtig für OPEN BIM? Mit dieser Frage bin ich auf den Kongress gekommen. Sie wurde umfassend beantwortet! Die Vorträge hätten vielleicht etwas länger sein können – aber insgesamt prima Veranstaltung!“
Kalle Köbler, Student, TU München
„ Jeder aus unserem Büro hat sich aus dem umfangreichen Angebot das ausgesucht, wo er selbst gerade auf dem Weg zum BIM gedanklich steckt. Das heißt, wir hatten viele Fragen und konnten viele wertvolle Anregungen mitnehmen. Auch fanden wir uns noch einmal darin bestätigt, dass ARCHICAD ein gutes Werkzeug ist – nicht zuletzt im Zusammenhang mit den neuen Herausforderungen durch BIM.“

Martin Hüllmann
Hüllmann – Architekten & Ingenieure, Delbrück 

„Interessante Veranstaltung. Vieles ist wesentlich konkreter geworden gegenüber dem vergangenen Jahr. Wie setzten wir BIM um? Dabei haben wir eine Vielzahl interessanter Antworten und Anregungen erhalten.“

Dipl.-Ing. Bernd Hullak
Hullak Rannow Architekten, Ulm

„Interessante Veranstaltung, gute Organisation, super Location. Die Vorträge dürften allerdings noch mehr ins Detail gehen, insbesondere wenn es um den Datenaustausch mit Fachplanern geht. Hier steckt wohl noch einiges in den Kinderschuhen.“

Dipl.-Ing. Susanne Weidmann
ttsp hwp seidel Planungsgesellschaft mbH, Frankfurt a.M.

„Sehr informative Veranstaltung. Ich habe einen guten Einblick bekommen in die Planungspraxis anderer Büros, die – was BIM betrifft – schon fortgeschrittener sind.
Dabei wurden die Potenziale von BIM deutlich sichtbar, aber auch Punkte, wo es noch hakt. Ich nehme auf jeden Fall einige wichtige Anregungen mit ins Büro.

Dipl.-Ing. Eildert van Hove
Architekt, Braunschweig

„Sehr informative Veranstaltung, vor allem aufgrund der praktischen Beispiele! Ich arbeite schon seit Jahren auf Basis von 3D-Modelling und fühle mich bestätigt. Durch das Modellieren in 3D entwickelten sich neue Möglichkeiten digitale Pläne computerunterstützt und automatisiert zu überprüfen, sodass damit Planungsfehler bzw. Planungsunstimmigkeiten einfacher erkannt und vermieden werden können. Mit BIM ist in der Planung ein alphanummerischer Part hinzugekommen und eröffnet noch weitreichendere Möglichkeiten Informationen in das 3D-Modell zu integrieren und zu überprüfen. Leider sind einige Themen bei der plattformübergreifenden interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen den verschieden Disziplinen noch in Entwicklung und nicht vollständig ausgereift, um einen reibungsverlustfreieren Planungsaustausch zu ermöglichen. Da sind die Softwarehersteller gefragt – z.B. Stichwort: Austausch von Bauteildurchbrüchen. Außerdem muss seitens der Planer die Sensibilisierung und das Verständnis der Bauherrenschaft, welchen Mehrwert BIM für sie bedeutet, forciert werden.“

Dipl.-Ing. Harald Grantner
Zeichenbüro Harald Grantner, Klagenfurt am Wörthersee